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Besonderes auf Martinique

Was macht Martinoque so besonders?

Die Insel Martinique ist neun Flugstunden von Europa entfernt. Dennoch muss man für das Eis am Strand, den Drink zwischendurch oder das abendliche Menü nicht extra Geld wechseln, denn die Blumeninsel ist ein Überseedepartement von Frankreich.

Martinique Besonderes

Blumen in der Karibik

Blüten in der Karibik

Nach der Regenzeit ist die Karibik ein Blumenmeer

Ein beliebtes Reiseziel ist die Insel, die zur Gruppe der kleinen Antillen gehört, schon immer.
Wenn es an der Cote d'Azur zu kalt ist, dann zieht es viele betuchte Franzosen in die Karibik.
Und da das Geschäft mit den Touristen auf Martinique eine der Haupteinnahmequellen ist, kann man sich vorstellen, daß die Preise gerade in den Wintermonaten kräftig ansteigen. Dafür erlebt man auf der nur 60 Kilometer langen und weniger als 30 Kilometer breiten Insel aber auch Sonne und karibische Lebensfreude satt.

Mit ihrem Hafen ist Fort-de-France das wirtschaftliche Zentrum der Insel. Für Touristen wirkt die Hauptstadt auf den ersten Blick eher uninteressant. Der alte Charme ist verblasst, die versteckten Schönheiten muss man suchen. Mit etwas Engagement aber wird man umso angenehmer überrascht. Enge, geschäftige Gassen prägen das Stadtzentrum. Fort-de-France strahlt ebenso einen karibischen Charme aus, wie auch das Flair von Paris.
Interessant ist die Bibliothek, die eigentlich Ende des 19. Jahrhunderts für die Weltausstellung in Paris aus Eisen konstruiert wurde und danach in Einzelteilen über den Atlantik nach Martinique verschifft wurde.

Ein weiterer Ausflugspunkt ist Saint-Pierre, die frühere Hauptstadt der Insel.
Der alte Glanz von Saint-Pierre lässt sich heute nur noch erahnen. Die einstige Metropole wurde 1902 während eines Ausbruchs des nahe gelegenen Vulkans Mont Pelée innerhalb von nur wenigen Minuten vernichtet. Die frühere Hauptstadt von Martinique ist heute nur noch ein unscheinbares Örtchen aber die Ruinen sind noch heute sehenswert.

Bei dem Vulkanausbruch vor hundert Jahren sanken auch dreizehn Schiffe im kochenden Meer vor Saint Pierre. Seitdem kommen viele Taucher, um zu den Wracks zu tauchen. Die meisten Schiffe sind tatsächlich damals während der Katastrophe gesunken. In bis zu 40 Meter Tiefe liegen die Wracks auf dem Grund und bilden die Grundlage für neue Korallenriffe
Die farbenprächtige Unterwasserwelt dort ist faszinierend.

Im Landesinneren zeigt sich die Insel von ihrer tropischen Seite: Dichter Regenwald, Wasserfälle und das ständige, laute Konzerte der Vögel und Frösche im Urwald.
Das ganze Jahr über herrscht ein feuchtwarmes Klima. Regelmäßige Niederschläge und viel Sonne sind ideale Bedingungen für eine große Artenvielfalt.
200 verschiedene Pflanzen wachsen auf Martinique pro Quadratmeter, wo in Europa gerade einmal fünf verschiedene Arten zu finden sind..

Bananen sind immer noch eine der wichtigsten Exportgüter von Martinique. Allerdings werden sie nur nach Frankreich verkauft. Viele Farmen sind deshalb reine Familienbetriebe, wo vom Enkel bis zur Großmutter alle mit anpacken.

Gut dreihundert Jahre lang mussten Millionen aus Afrika verschleppter Menschen auf den Plantagen Martiniques schuften. Damals war die Insel vor allem wegen des Zuckerrohrs für die Kolonialmächte so begehrt und in der Tat setzt sich der Hauptteil der Bevölkerung aus Nachkommen der ehemaligen Sklaven zusammen.

Das Nationalgetränk von Martinique ist Rum. Zuckerrohrfelder gibt es überall auf der Insel zu finden. Tagsüber wird am liebsten der junge, weiße Rum getrunken. Der reife, braune Rum ist eher etwas für abends.
Auf Martinique wird man über 50 lokale Rum-Marken finden. Eine gute Flasche alten Rums hat jedoch auch ihren stolzen Preis. Fünfzig Euro sind für das begehrte braune Gold keine Seltenheit.

Noch heute gibt es auf Martinique eine Destillerie, in der eine ganz spezielle Sorte hergestellt wird. In Eichenfässern, die für den richtigen Tannin-Gehalt sorgen, wir der Rum über Jahre hinweg gelagert, was ihm ein ganz spezielles Aroma verleiht. Außerdem werden für den Rum agricole, der auf Martinique gebrannt wird, nur reiner Zuckerrohrsaft verwendet. Drei bis sechs Jahre lagert der Rum und wartet auf seine Abfüllung. Der Rum Vieux, der alte Rum, schmeckt am Ende gar nicht mehr wie Rum, sondern eher wie ein Weinbrand. Eine ganz besondere Spezialität aus Martinique.

Martinique ist aber auch berühmt wegen seiner handwerklichen Erzeugnisse. Die Einwohner von Martinique sind äusserst geschickt im Umgang mit Holz und anderen Materialien. Mit einfachen Werkzeugen stellen sie Skulpturen und Spielzeuge her. Trotz der fortschreitenden Modernisierung der Insel, versuchen die Einwohner sich ihre Traditionen und ihre Kultur zu bewahren und viele Kunstgegenstände, wie zum Beispiel die Masken aus Papier und Kokosfasern, werden auch heute noch in reiner Handarbeit hergestellt.

Hahnenkampf auf Martinique

Ein eher zweifelhaftes Vergnügen, dem man auf Martinique begegnen wird, ist der Hahnenkampf. Eingeführt von den weißen Plantagenbesitzern, fortgeführt von den schwarzen Arbeitern erfreut sich dieser grausame Sport auch heute noch großer Beliebtheit unter den Einwohnern von Martinique. Sonntäglich werden im Landesinneren regelmäßig Kampfhähne in die Arena geschickt. Vor dem Duell werden die Tiere hinter der Bühne aggressiv gemacht. Künstliche Sporen sollen helfen, den Gegner besser angreifen zu können. Rum darf auch hier nicht fehlen. Mit ein paar kräftigen Tropfen kurz vor dem Kampf sollen die Tiere zusätzlich gereizt werden.
Bevor es losgeht, treiben die Helfer noch die Wetteinsätze ein. Zwischen zehn und zwanzig Euro setzen die euphorischen Zuschauer jeweils auf ihren Favoriten. Dann beginnt das Spektakel, das sich trotz regelmäßiger Proteste von Tierschützern bisher als fragwürdige Tradition gehalten hat. Meistens dauert der Kampf nicht bis zum Tod eines Hahnes, sondern am Ende wird, wie bei einem Boxkampf, der Gewinner ausgezählt.

Doch dieses blutige Schauspiel muß man sich nicht unbedingt ansehen. Schließlich hat Martinique außer den bisher beschriebenen auch noch ganz andere Sehenswürdigkeiten. Die perlweißen, langen Sandstrände, die jeden Aufenthalt unvergesslich machen.